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01.01.2018: 66. Vierschanzentournee - Stoch auch in Garmisch nicht zu besiegen

Kamil Stoch war auch am Neujahrstag in Garmisch Partenkirchen nicht zu bezwingen. Wie schon zum Aufktakt der 66. Vierschanzentournee in Oberstdorf holte sich der Pole auch in Garmisch den Sieg und lässt damit den Deutschen Sven Hannawald zittern, der nach wie vor der erste und einzige Springer ist der alle vier Bewerb der Tournee en suite gewinnen konnte.

Stoch, der mit einem Satz auf 135,5 Meter schon zur Halbzeit in Führung lag, und keinen Zweifel daran ließ dass er auch diesen Wettkampf gewinnen will, bewies dies im Finale dann auch mit der Tageshöchstweite von 139,5 Metern. 

Als zweiter lacht wiederum der Deutsche Richard Freitag vom Podest. Dabei sah es lange nach einem enttäuschenden Ergebnis aus. Nach dem 1. Durchgang war Freitag Sechster, aber im zweiten lieferte er mit einem Sprung über 137 Meter eine Glanzleistung ab und schob sich dadurch fast noch auf Platz 1. Freitag gibt sich auch noch nicht geschlagen um den Tourneegesamtsieg, denn nun geht es nach Innsbruck auf den Bergisel. „Innsbruck liebe ich. Da ist es so richtig, richtig megalaut. Darauf stehe ich. Bei dem Krach dort mache ich mich nochmal ganz lang.“

Und auch der Deutsche Cheftrainer Werner Schuster zeigt sich im Interview noch kämpferisch. „Kamil springt schon sehr gut, aber ich finde nicht, dass er besser springt als Richard. Er hatte zweimal ein bisschen die besseren Verhältnisse und dann ist er halt einfach ein gnadenloser Killer.“

Den dritten Platz belegte vor 21 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena der Norweger Anders Fannemel mit Weiten von 132,5 und 136,5 Metern.

Alle Tournee-Hoffnungen begraben muss der Österreicher Stefan Kraft, der sein direktes Duell gegen Ziga Jelar verlor und nach einem Sprung auf 122,5 Meter im ersten Durchgang ausschied. "Ich bin leider ein bisschen ratlos. Das Gespür ist komplett flöten gegangen", sagte ein sichtlich geknickter Kraft im Anschluß an sein Ausscheiden. Ich grüble jetzt nicht mehr groß herum. Ich freue mich auf Innsbruck und Bischofshofen, vielleicht geht es da besser. Es kann sich ja sehr schnell alles drehen."

Mit dem Salzburger stürzte das gesamte Team ab. Gregor Schlierenzauer belegte als bester Österreicher Rang 19, gefolgt von Michael Hayböck. Nur diese beiden schafften es von Trainer Heinz Kuttins Sextett ins Finale. Ein solches Ergebnis gab es für den ÖSV zuletzt 1979. 

Schlierenzauer überwand seine Enttäuschung schnell: "Ich bin nicht unzufrieden, aber inkonstant. Die Luft im Spitzensport ist eben sehr dünn." Für Kraft hatte der Tiroler einen guten Rat parat: "Er muss das runterschlucken und in Ruhe analysieren. Am Bergisel schaut das anders aus." Chefcoach Kuttin tat die Ohrfeige nach außen hin nur "ein bisschen weh. Es war ein rabenschwarzer Tag, wir werden morgen einen Schritt setzen, dass wir in Innsbruck wieder gut dastehen," so Kuttin.

Ähnlich wie den Österreichern erging es aber auch dem Norweger Daniel Andre Tande. Vor der Tournee noch als große Hoffnung der Norweger hochgehalten, kann er den Gesamtsieg bereits abschreiben. Zwar sprang er im zweiten Durchgang auf 139 Meter, doch verlor er nach einem schwachen ersten Versuch als 15. erneut viel Boden, und liegt in der Gesamtwertung schon zu weit zurück, um noch ein Wörtchen um den Sieg mitreden zu können. Dennoch gibt es im norwegischen Team im Gegensatz zu den ÖSV-Adlern einen Lichtblick, nämlich das geschlossen gute Mannschftsergebnis der Mannen rund um ihren Trainer Alex Stöckl. Immerhin landeten neben Fannemel auf dem Podest auch noch 5 weitere Norweger in den Top 20. 

Für all jene für die es nicht so gut gelaufen ist gibt es nun am Dientag die Möglichkeit zur Regeneration und zur Analyse, denn da herrscht Tournee-Ruhetag. Erst am Mittwoch geht es für die Athleten in Innsbruck mit dem offiziellen Training und der Qualifikation für das Bergisel-Springen in die nächste Runde. Sportsplanet wird für sie berichten.

 

 

Das war die Qualifikation:

Johann Andre Forfang sicherte sich am Sonntag bei der letzten Qualifikation des Jahres 2017 den Sieg. Der Norweger segelte beim Ausscheidungsspringen für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen auf 140,5 Meter und setzte sich damit klar vor den beiden Polen Dawid Kubacki und Stefan Hula durch. Beide kamen auf jeweils 135,5 Meter.

Dicht dahinter folgte mit Richard Freitag der Tourneefavorit Nummer 1. Der Deutsche kam bei seinem Sprung auf eine Weite von 135 Metern. Tourneeleader Kamil Stoch klassierte sich mit 131,5 Metern und Rang sechs ebenfalls im Spitzenfeld.

Ganz anders hingegen die österr. Athleten, deren Bester Stefan Kraft auf Rang 17 war. Kraft absolvierte schon eher mässige Trainingssprünge und hatte dann in der Quali selbst auch noch Pech mit Rückenwind. Im Interview direkt im Anschluß an seinen SPrung resumierte der Salzburger das dann so - "Der letzte Sprung war vom Tisch her gar nicht so schlecht, aber ich habe ihn dann voll abgestochen, das war leider nichts," gab Kraft selbstkritisch zu. Nun wolle er sich am Abend bei einer Videoanalyse die Fehler noch einmal ganz genau anschauen, "damit ich morgen wieder voll dabei bin". 

Interntational gab es wenige Überraschungen, ausser vielleicht jener das der Schanzenrekordhalter auf der Schanze in Garmisch, der Schweizer Simon Ammann, bei seiner 20. Tournee bereits nach der Quali die Segel streichen muss, denn als 51 verpasste der 36jährige hauchdünn den Sprung in den Wettkampf, bei dem 50 Athleten am Start sein werden. 

 
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