sportplanet.at
 

06.01.2018: 66. Vierschanzentournee - Stoch kürt sich mit dem Grand Slam zur absoluten Legende

Es ist vollbracht - der Pole Kamil Stoch holte sich bei der 66. Vierschanzentournee in eindrucksvoller Manier den Grand Slam. Der Schützling von Stefan Horngacher führte schon nach Durchgang 1 in dem er 132,5 Meter weit segelte, und zeigte auch im zweiten Durchgang keine Nerven. Ein Satz auf 137 Meter reichte zum absoluten Triumph: dem Tagessieg und dem Tourneesieg mit Grand Slam, als erst zweiter Springer nach dem Deutschen Sven Hannwald, der auch gleich im Auslauf zu diesem famosen Sieg gratulierte.

"Was soll ich sagen, ich bin einfach nur glücklich und zufrieden. Jeder Sieg ist wunderbar. Ich möchte mich bei meiner Frau, meinen Eltern und alle Coaches und Teammitgleidern bedanken, denn ohne all jene wäre dieser Sieg nicht möglich gewesen. Ich habe natürlich an den Grand Slam gedacht und ich wollte ihn unbedingt, aber es ist auch nur ein weiterer Schritt in dieser Saison," erzählte auch ein überglücklicher und trotzdem extrem bescheidener Sieger Kamil Stoch dann über seine Gefühle im Anschluß an seinen großen Triumph. 

Zweiter der Tageswertung ist der Norweger Anders Fannemel, der mit 130 und 139 Metern knapp vor dem Deutschen Andreas Wellinger (129 und 139,5 Meter) landete.

"Es ist so toll heute auf dem Podest zu stehen, und auch in der Gesamtwertung noch auf dem "Stockerl" zu sein, gerade nachdem es in Innsbruck nicht so gelaufen ist wie ich wollte. Ich habe aber an den Fehlern gearbeitet und bin froh das es hier so aufgegangen ist. Kamil ist natürlich unglaublich, und ich gratuliere ihm herzlich zu seinem historischen Sieg," so Anders Fannemel.

In der Gesamtwertung drehte der Deutsche Wellinger aber das Ergebnis um und landete hinter dem Dominator Stoch auf dem zweiten Rang, gefolgt von Fannemel.

"Speziell im zweiten Durchgang habe ich mich sehr wohl gefühlt. Das es so ausgeht wie heute, mit dem zweiten Platz in der Gesamtwertung, ist unfassbar. Auf so hohem Niveau Skispringen macht natürlich noch mehr Spaß", zeigte sich auch Wellinger im Anschluß an den Bewerb mit der Tournee, in der er Anfangs in Oberstdorf schwer in Tritt kam, versöhnt.

Und die Österreicher? Stefan Kraft landete als Bester der ÖSV-Springer auf dem undankbaren vierten Rang.

"Es wollte bei dieser Tournee nicht sein, dass mir ein Stockerl gelingt. Das wäre für das gesamte Team und die Stimmung sehr fein gewesen. Es hat nicht sollen sein. Es waren brave und saubere Sprünge, aber das letzte Risiko hat gefehlt. Das nimmt man eben mit dem letzten Selbstvertrauen. Es ist nicht so leicht von der Hand gegangen. Ich bin aber froh, dass meine Sprünge wieder halbwegs stabil geworden sind“, sagte der Salzburger. „Ich freue mich jetzt auf das Skifliegen. Endlich etwas anderes. Skifliegen kann ich am besten.“

Michael Hayböck wurde 11, Manuel Poppinger 21. und Manuel Fettner 24. Alle weiteren Österreicher, darunter auch Gregor Schlierenzauer, schafften nicht den Sprung in den zweiten Durchgang.

In der Gesamtwertung steht ebenfalls mit keinem ÖSV-Adler in den Top Ten (Michael Hayböck als Bester des ÖSV auf Rang 14) das schlechteste Abschneiden seit 40 Jahren zu Buche - es gelang kein einziger Podestplatz.

Das war die Qualifikation:

Auch die Qualifikation für den vierten und letzten Bewerb der 66. Vierschanzentournee endet mit einem polnischen Sieg, aber nicht mit dem von Kamil Stoch, sondern von Dawid Kubacki. Der Teamkollege des Tourneedominators segelte auf 136 Meter und absolvierte das Ausscheidungsspringen als Bester vor dem Norweger Johann Andre Forfang, der mit 135 Metern knapp vor dem überraschend stark springenden Schweizer Simon Ammann (136 Meter) landete. 
 
Auf dem vierten Rang folgt mit Stefan Kraft der Beste von insgesamt 10 qualifizieten ÖSV-Springern. Kamil Stoch landete mit soliden 130 Metern auf dem fünften Rang. 
 
„Ich glaube, wir werden das hinkriegen. Ich freue mich auf morgen“, sagte Kraft direkt im Anschluß an seinen Sprung im ORF-Interview. Der Salzburger dürfte auch deshalb so gut gestimmt sein weil es schon der zweite ausgezeichnete Versuch auf der Paul-Außerleitner Schanze war, denn im zweiten Trainingsdurchgang sprang Kragt mit 139,5 Metern sogar Bestweite. 
 
Dieses Springen auf seinem Heim-Bakken kommt für den Pongauer genau zum richtigen Zeitpunkt. „Ich habe immer so herumgesucht in der Hocke, hier kann ich es ruhiger angehen. Das hat sich gut angefühlt“, sagte der Weltcupgesamtsieger der vergangenen Saison, der auch preis gab das er wieder mit einem älteren Skimodell springt.

Vorbericht:

Schafft Kamil Stoch als zweiter Springer nach Sven Hannawald den Grand Slam der Vierschanzentournee? Das ist nach dem Sturz seines ärgsten Konkurrenten Richard Freitag am Donnerstag in Innsbruck die einzige Frage die in Bischofshofen noch zu beantworten sein wird, denn das der Pole die Titelverteidigung des Tourneesieges schafft, steht wohl schon ausser Frage. 
 
Und so wird es vor allem die polnischen Fans an die Schanze ziehen wenn es am Dreikönigstag zum letzten Mal anlässlich der 66. Ausgabe der Tournee heisst "Schanze frei". 
 
Leider nicht mehr mit von der Partie ist nun fix der Deutsche Richard Freitag. Hieß es nach seinem Sturz in Innsbruck noch man wird schauen ob er am Berweb in Bischofshofen teilnehmen kann, kam nun am Freitag die Meldung des DSV das "Richi" die Tournee vorzeitig beenden muss. "Nach einer erneuten Untersuchung heute morgen habe ich Richard Freitag empfohlen, auf die Wettkämpfe in Bischofshofen zu verzichten. Die Prellungen im Bereich der linken Hüfte schränken die Beweglichkeit in einem erheblichen Maße ein und sind überdies sehr schmerzhaft", so DSV-Mannschaftsarzt Dr. Mark Dorfmüller.
 
Kommentar schreiben      
 
Name *
Email
Überschrift *
Comment *
 
 
Kommentare (0)