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Weltcupstand Herren - 06.01.2018
01 Kamil Stoch
POL
723  
02 Richard Freitag
GER
711  
03 Andreas Wellinger
GER
569  
04 Daniel Andre Tande
NOR
485  
05 Junshiro Kobayashi
JPN
410  
06 Stefan Kraft
AUT
399  
07 Anders Fannemel
NOR
360  
08 Johann Andre Forfang
NOR
352  
09 Markus Eisenbichler
GER
312  
10 Robert Johansson
NOR
294  
 
Nationenwertung Herren - 06.01.2018
01 Deutschland
GER
3062  
02 Norwegen
NOR
3027  
03 Polen
POL
2438  
04 Österreich
AUT
1602  
05 Slowenien
SLO
1318  
06 Japan
JPN
1212  
07 Schweiz
SUI
434  
08 Russland
RUS
130  
09 Finnland
FIN
115  
10 USA
USA
17  
 

21.05.2010: So prominent ist Österreichs Polizei

Das Skispringen ist für Tournee-Sieger Andreas Kofler derzeit nur Nebensache, im Vordergrund steht seine Ausbildung zum Polizisten - in der Bezirkszentrale Hall, wo er seit einer Woche bis Ende bis Juni seine Praxisphase absolviert.

Kofler tappt dabei auf prominenten Spuren. Zahlreiche seiner Sportkollegen schaffen oder schufen sich ein zweites Standbein bei der Exekutive, die sich wie das Bundesheer um finanzielle Absicherung der Athleten durch eine Berufsausbildung neben dem Sport bemüht.

Einige der prominentesten Polizisten im Spitzensport waren die Revierinspektoren Fritz Strobl, Alexandra Meissnitzer (Ski) und Weltklassebiathlet Christoph Sumann. Nur zum Inspektor brachte es bisher Slalom-Topstar Reinfried Herbst. Weiters zu nennen wären die fühere Weltcup-Skiläuferin Christine Sponring, Markus Schiegl, der mit Rodel-Doppelsitzer mit Cousin Tobias Schiegl zwei Mal Olympiagold eroberte, und Ex-Eisschnellläufer Werner Jäger, der einzige Offizier unter den Sportpolizisten.

Dagegen erst in Ausbildung sind neben Kofler auch die Snowboarder Susanne Moll, Markus Schairer und Andreas Prommegger, die Biathleten Julian und Tobias Eberhard sowie Langläufer Martin Stockinger.

Sie alle werden seit 2007 in einem eigenen Spitzensportkurs im Bildungszentrum der Sicherheitsexekutive in Salzburg zu Polizisten ausgebildet. Der Lehrgang dauert vier Jahre und wird flexibel gestaltet, damit Training, Wettkämpfe und Unterricht vereinbart werden können.

Für Kofler bedeutet das Stress. Freizeit bleibt da selbst in der Wettkampfpause wenig. "Für mich gibt es derzeit nur Dienst und Training, für mehr bleibt einfach keine Zeit. Ich brauche aber die Herausforderung, neben dem Sport noch etwas anderes zu machen, sonst würde ich im Kopf müde werden."

Beim Trainingslehrgang seiner ÖSV-Teamkollegen beim Stanglwirt in Going fehlte der seit 17. Mai 26-jährige Tiroler, nur einen Tag durfte er sein Praktikum für sportmedizinische Tests schwänzen, und um Box-Superstar Witali Klitschko die Hand zu schütteln. Der Schwergewichtsweltmeister bereitet sich in Going auf seinen Kampf auf Schalke am 29. Mai vor.

Kofler ("Mir taugt es voll bei der Polizei") weiß: Der aktuelle Aufwand ist eine sinnvolle Investition in seine Zukunft. "Als Sportler ist man finanziell einfach nicht gut abgesichert. Wer einmal nicht vorne dabei ist, verdient auch nichts mehr", erklärte er, der zweifache Weltmeister und Olympiasieger im Teamspringen.

Das kann Strobl, der nun auch als Präsident der Österreichischen Kinderpolizei fungiert, nur unterstreichen. "Ich habe den Durchbruch erst geschafft, als ich bereits Polizist war, und weiß deshalb, wie angenehm es ist, eine soziale Absicherung abseits des Sports zu haben und, dass es nicht selbstverständlich ist, neben dem Sport auch eine gute Ausbildung zu erhalten."

Wobei Kofler in seiner späteren Funktion auf keinen Fall das Stereotyp des gnadenlos strengen Gesetzeshüters bedienen will. "Ich bin keiner, der abstrafen möchte." Vielmehr könne er sich gut vorstellen bei der Alpinpolizei zu arbeiten und in Notfällen zu helfen. "Dann würde ich in Kontakt mit der Natur bleiben. Das würde mir gefallen", sagte Kofler.

Definitiv entscheiden müsse er sich erst nach der Sportlerkarriere. Inspektor darf er sich schon mit Ende Juni nennen - zwar nur auf Probe, aber immerhin. Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern hingegen, der wegen seines Grundwehrdienstes vier Monate nach Kofler in die Karriere nach der Karriere gestartet war, hatte seine Ausbildung nach wenigen Wochen wieder abgebrochen, und absolivert nun eine Ausbildung zum Piloten.

 
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