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21.05.2010: So prominent ist Österreichs Polizei
Kofler tappt dabei auf prominenten Spuren. Zahlreiche seiner Sportkollegen schaffen oder schufen sich ein zweites Standbein bei der Exekutive, die sich wie das Bundesheer um finanzielle Absicherung der Athleten durch eine Berufsausbildung neben dem Sport bemüht.
Einige der prominentesten Polizisten im Spitzensport waren die Revierinspektoren Fritz Strobl, Alexandra Meissnitzer (Ski) und Weltklassebiathlet Christoph Sumann. Nur zum Inspektor brachte es bisher Slalom-Topstar Reinfried Herbst. Weiters zu nennen wären die fühere Weltcup-Skiläuferin Christine Sponring, Markus Schiegl, der mit Rodel-Doppelsitzer mit Cousin Tobias Schiegl zwei Mal Olympiagold eroberte, und Ex-Eisschnellläufer Werner Jäger, der einzige Offizier unter den Sportpolizisten.
Sie alle werden seit 2007 in einem eigenen Spitzensportkurs im Bildungszentrum der Sicherheitsexekutive in Salzburg zu Polizisten ausgebildet. Der Lehrgang dauert vier Jahre und wird flexibel gestaltet, damit Training, Wettkämpfe und Unterricht vereinbart werden können.
Für Kofler bedeutet das Stress. Freizeit bleibt da selbst in der Wettkampfpause wenig. "Für mich gibt es derzeit nur Dienst und Training, für mehr bleibt einfach keine Zeit. Ich brauche aber die Herausforderung, neben dem Sport noch etwas anderes zu machen, sonst würde ich im Kopf müde werden."
Beim Trainingslehrgang seiner ÖSV-Teamkollegen beim Stanglwirt in Going fehlte der seit 17. Mai 26-jährige Tiroler, nur einen Tag durfte er sein Praktikum für sportmedizinische Tests schwänzen, und um Box-Superstar Witali Klitschko die Hand zu schütteln. Der Schwergewichtsweltmeister bereitet sich in Going auf seinen Kampf auf Schalke am 29. Mai vor.
Das kann Strobl, der nun auch als Präsident der Österreichischen Kinderpolizei fungiert, nur unterstreichen. "Ich habe den Durchbruch erst geschafft, als ich bereits Polizist war, und weiß deshalb, wie angenehm es ist, eine soziale Absicherung abseits des Sports zu haben und, dass es nicht selbstverständlich ist, neben dem Sport auch eine gute Ausbildung zu erhalten."
Wobei Kofler in seiner späteren Funktion auf keinen Fall das Stereotyp des gnadenlos strengen Gesetzeshüters bedienen will. "Ich bin keiner, der abstrafen möchte." Vielmehr könne er sich gut vorstellen bei der Alpinpolizei zu arbeiten und in Notfällen zu helfen. "Dann würde ich in Kontakt mit der Natur bleiben. Das würde mir gefallen", sagte Kofler.
Definitiv entscheiden müsse er sich erst nach der Sportlerkarriere. Inspektor darf er sich schon mit Ende Juni nennen - zwar nur auf Probe, aber immerhin. Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern hingegen, der wegen seines Grundwehrdienstes vier Monate nach Kofler in die Karriere nach der Karriere gestartet war, hatte seine Ausbildung nach wenigen Wochen wieder abgebrochen, und absolivert nun eine Ausbildung zum Piloten.



