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Weltcupstand Herren - 06.01.2017
01 Domen Prevc
SLO
646  
02 Daniel Andre Tande
NOR
637  
03 Kamil Stoch
POL
633  
04 Stefan Kraft
AUT
510  
05 Maciej Kot
POL
428  
06 Michael Hayböck
AUT
409  
07 Manuel Fettner
AUT
386  
08 Markus Eisenbichler
GER
381  
09 Severin Freund
GER
309  
10 Piotr Zyla
POL
277  
 
Nationenwertung Herren - 06.01.2017
01 Polen
POL
2030  
02 Österreich
AUT
1928  
03 Deutschland
GER
1795  
04 Norwegen
NOR
1362  
05 Slowenien
SLO
1234  
06 Japan
JPN
391  
07 Tschechien
CZE
369  
08 Frankreich
FRA
214  
09 Russland
RUS
199  
10 Schweiz
SUI
85  
 

23.01.2010: Olympia-Klartext - die Spiele aus der persönlichen Sicht der Sportsplanet Redaktion

Die Olympischen Spiele sind, zumindest für die Skispringer, vorbei, und was bleibt?

Es bleibt sicherlich die Erkenntnis, dass Simon Ammann der überragende Springer war, der aber auch auf der Entwicklungsseite einen ausgezeichneten Job gemacht hat, und all seine Konkurrenten mit dieser neuartigen Adaption der Bindung überrascht hat.

Es bleibt sicherlich auch der fade Beigeschmack des schlechten Verlierers ÖSV, der mit allen nur erdenklichen Mitteln versucht hat, Ammann daran zu hindern, seine Bindung auch auf der Großschanze einzusetzen, und der nach eigenen Aussagen dies nur der Sicherheit der Springer wegen verhindern wollte. Liebe ÖSV-Funktionäre, niemand auf der Welt nimmt euch das ab, und leider habt ihr euch bei den Spielen einfach nur unfair verhalten! Letzen Endes ist es doch so, dass ihr eigentlich mehr auf euch sauer seid, weil ihr diese Entwicklung des Simon Ammann übersehen habt, und somit vor Ort nicht mehr reagieren konntet.

Ein Einspruch gegen diese Bindung konnte durchaus gerechtfertigt sein, darüber kann sich keiner der sich nicht so gut mit der Materie auskennt ein Urteil erlauben. Wie dieser Einspruch aber erfolgt ist lieber ÖSV, mit diesem unsäglichen Theater, mit dem an die Öffentlichkeit gehen mit dieser Geschichte, mit diesem Versuch Simon Ammann aus der Reserve zu locken, ihn eventuell auch ein bisschen nervös zu machen, das hat kein gutes Bild der Österreicher als den Verlierern auf der Normalschanze, und schlußendlich auch als den Verlierern auf der Großschanze hinterlassen!

Simon Ammann hingegen, um wieder zum sportlichen zurückzukehren, hat „seinen Job gemacht“. Er hat sich bereits seit 2 Jahren mit dieser Bindung beschäftigt, sie auf seinen Sprungstil optimiert, bzw. optimieren lassen, und, und das darf man bei aller Bindungsdiskussion nicht vergessen, er hat sich schlichtweg auch in eine ausgezeichnete Form für die Olympischen Spiele gebracht. Er war auf den Punkt topfit, und er ist damit verdienter Doppelolympiasieger von Vancouver 2010!

Das die Österreicher, als dominierende Mannschaft in dieser Saison, auf der Großschanze im Teambewerb die Goldmedaille abholen würden, das war hingegen praktisch genauso sicher wie das Amen im Gebet, und daher war dies auch keine große Überraschung. Am Ende gibt es also auch hier ein versöhnliches Ende für die grundsätzlich bei allen Bewerben so hoch eingeschätzen ÖSV-Springer, die aber, und das muss auch deutlich gesagt werden, nach den Leistungen in der laufenden Saison, weder auf der Normalschanze, noch auf der Großschanze ihr Optimum herausholen konnten – Simon Ammanns Bindung hin oder her. Das Gold im Teambewerb poliert also eine ansonsten mit zwei Mal Bronze eher magere ÖSV Bilanz ordentlich auf.

Die Gewinner der Spiele:

Simon Ammann: Zwei Mal Gold – steht wie ein Fels in der Brandung, und lässt sich von keiner Diskussion aus der Ruhe bringen. Ein wahrer und würdiger Champion!

Gregor Schlierenzauer: Gold im Teambewerb, 2 Mal Bronze bei den Einzelkonkurrenzen – die Öffentlichkeit hat sich im Einzel vielleicht mehr erwartet, dennoch darf man nicht vergessen, dass dies die ersten Olympischen Spiele des erst 20jährigen sind, und diese mit drei Medaillen zu beenden, das kann sich sehen lassen.

Adam Malysz: Auch wenn der Pole angereist ist, um das ihm in seiner Sammlung noch fehlende Olympiagold zu holen, kann er mit zwei Mal Silber bei den Einzelkonkurrenzen mehr als zufrieden sein, und er selbst hat es auch in einem Interview bestätigt. „Ich bin mehr als glücklich. Simon Ammann ist einfach zu überlegen, und als ich das gemerkt habe, war mein Ziel, der Beste unter jenen zu sein, die hinter Ammann die Plätze ausspringen. Das ist mir gelungen,“ so Malysz.

Die Verlierer der Spiele:

Team Finnland: Angereist mit großen Hoffnungen, wurden diese bereits im Normalschanzenbewerb zerstört. Als dann auch noch ihr Zugpferd Janne Ahonen auf der Großschanze nicht in Schuß kam, und sich schlußendlich bei einem Sturz auch noch am Knie verletzte, so dass er nicht einmal mehr antreten konnte, war es um die finnischen Hoffnungen komplett geschehen. Am Ende bleibt der vierte Rang beim Teambewerb, und auf der Normalschanze durch Janne Ahonen – mehr war für die enttäuschenden Finnen nicht zu holen!

Team Norwegen: In den Einzelwettkämpfen schwach, konnten sich die Mannen rund um Mika Kojonkoski wenigstens Bronze im Teambewerb sichern. Wenn man bedenkt mit welchen Erwartungen die Norweger angereist waren – Mika Kojonkoski gab bereits vor der Saison Olympiagold als Ziel aus – gehören sie trotz der „bronzenen“ zu einem der geschlagenen Teams.

ÖSV Mannschaftsführung: Mit dieser Bindungsdiskussion, die sie, sicherlich nicht ganz uneigennütz, in der Hoffnung Ammann verunsichern zu können, während der Spiele ins Rollen gebracht hat, hat sich die ÖSV Mannschaftsführung der gesamten Sportwelt praktisch als schlechter Verlierer präsentiert. Was auch immer schlußendlich wirklich hinter diesem Protest stand, Fakt ist, dass es für die sportinteressierten Zuschauer vor Ort, wie auch für jene vor den Fernsehgeräten, so ausschauen muss, als wollten die Herren des ÖSV einfach nicht akzeptieren, dass jemand anderer ebenfalls auf dem Materialsektor geforscht hat, und ein Schlupfloch gefunden hat, mit dem er den anderen ein Schnippchen schlagen konnte, so wie es die ÖSV-Funtkionäre mit ihren Springern in der Vergangenheit doch selbst schon mehrfach gemacht haben.

Fazit:

Entwicklungen auf dem Materialsektor gehören zum Skisprungsport, und gerade in den letzten Jahren, wo die Dichte „ganz oben“ immer extremer geworden ist, und praktisch von 20 Springern jeder in der Lage ist, einen Bewerb zu gewinnen, investieren die Mannschaften noch mehr Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Dinge, die es ihnen ermöglichen, den entscheidenden Zentimeter vor der Konkurrenz zu sein. Das Simon Ammann es so famos geschafft hat, die gesamte Konkurrenz zu narren, und seine neue Bindung wirklich auf den Punkt genau zur richtigen Zeit in den Weltcup eingeführt hat, alleine dafür gebührt ihm und seiner Mannschaft Respekt. Aber auch dafür, daß er es geschafft hat, sich dieses System, das nicht einfach zu springen ist, so zu Nutze zu machen, dass er es praktisch nach Belieben beherrscht, muss man ihm gratulieren.

Bleibt abzuwarten ob die FIS diese Bindung auch weiterhin erlauben wird, oder ob, spätestens zu Beginn der nächsten Saison, auch der „Bindungssektor“ reglementiert wird, und somit kaum mehr Spielraum für Entwicklungen bleibt. Es bleibt ebenfalls abzuwarten ob, und wie schnell, die Konkurrenz nachrüsten kann, für den Fall, daß dieses Bindungssystem in der Form wie es Ammann springt, weiterhin erlaubt bleibt.

Von den Olympischen Spielen bleibt: Simon Ammann hat der Konkurrenz viele Aufgaben zur Weiterentwicklung ihres Materials aufgegeben, und diese wird die Konkurrenz wohl angehen müssen, damit am Ende, spätestens in der nächsten Saison, der Vorsprung des Schweizers wieder eingeholt werden kann. Gelingt es der Konkurrenz nicht, wird Ammann sicherlich auch weiterhin dominieren.

 
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Kommentare (4)
 
Guter Comment
Tatsächlich ein sehr gelunger Kommentar zu den Olympischen Spielen, Gratulation Monika, dir wird das auch nicht leicht gefallen sein, kritisch die Stimme gegen den ÖSV zu erheben. Dennoch denke ich, daß du das mit Bravour gemeistert hast, vor allem sachlich auf den Punkt und ohne jemand zu beleidigen, einfach nur die Fakten wie du sie siehst. Toll geschrieben!
von Belinda am 23.02.2010 um 10:08
@ Roman
@ Roman: Ich habe auch diesen Beitrag von dir hier veröffentlich, ich bitte dich aber in Zkunft keine kommentare mehr bezüglich Rassismus etc. betreff anderer Foren abzugeben, denn das gehört hier einfach nicht hin! Wir sind eine Sport-, genauer gesagt eine Skisprungseite, und Rassiusmus, bzw. Kommentare dazu finden hier normalerweise keinen Platz!
von Monika am 23.02.2010 um 10:00
Mutig
Erstens bin ich überrascht dass mein kritischer Beitrag wider erwarten veröffentlicht wurde. Zweitens bin ich auch Überrascht für den mutigen Beitrag der Redakteurin die bestätigt das es in Österreich doch einzelne anständige Menschen gibt. (im gegensatz zu gewissen hochrassistischen Foren in AUT Zeitungen.(Krone))Ich hoffe die Redaktion ist stark genug diese Meinung auch in Zukunft zu vertreten. Den Sie Leben ja in Österreich. Im Gegensatz zu mir. Meine Hochachtung haben Sie. Skispringen als Sport ist für mich aber gestorben und wird es bleiben.
von Roman am 23.02.2010 um 09:56
Super
Super geschrieben. Knusprig, knackig alle Geschehnisse auf den Punkt gebracht, hervorragender Kommentar.
von Thomi am 23.02.2010 um 09:54